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Ambri-Lausanne: "Pyro" im Familiensektor

Bild: Reto Müller (beim Spiel im Stadion)

Am 14. Januar 2018 kommt es beim Eishockey-Kellerderby Ambri gegen Lausanne zu einer wüsten Szene. Vor dem Anpfiff werden im Gäste-Sektor "Pyros" gezündet. Schlusspunkt bildet der Wurf einer solchen Fackel in den höher liegenden Familiensektor. Eine junge Frau wird getroffen und verbrennt sich am Bein.

 

"Security und Polizei schauten zu."

Der "Blick" berichtet vom Vorfall. Das Zitat des Freundes des Opfers wird dabei im Raum stehen gelassen.

Tatsächlich sind zum Tatzeitpunkt sowohl eine Gruppe Männer eines privaten Ordnungsdienstes als auch die Tessiner Polizei vor Ort gewesen. Bereits das Zünden von "Pyros", sicher aber das Werfen auf andere Menschen kann strafrechtlich relevant sein (versuchte oder vollendete Körperverletzung sowie Sprengstoffdelikt, allenfalls versuchte Brandstiftung).

Die Strafverfolgung ist Sache der staatlichen Behörden. Die Fahndung (Polizei) ist im Stadion sofort aktiv geworden. Die privaten Security-Leute hätten nur unmittelbar in Notwehrhilfe eingreifen dürfen (Jedermannsrechte; hier nach StGB und StPO). Als weitere Reaktion hat die Kantonspolizei einen Einsatzzug aufgeboten. Zu weiteren Vorkommnissen ist es dann auch nicht mehr gekommen.

Ein Stürmen des Lausanne-Sektors hätte im - vollbesetzten! - Stadion kaum zum Erfolg geführt. Es muss darum gehen, den Täter zu identifizieren, zu finden und dann vor ein Gericht zu stellen.

Und nun? Dem Lausanne HC droht zurecht eine Busse der Liga und die Polizei steht zuunrecht am Pranger. Die Eishockey- und (erst recht!) die Fussballiga nehmen solche Übergriffe nicht ernst genug. Pyro in der Öffentlichkeit = Gefährdung von Mitmenschen; Einsatz von Pyros = Zero Points oder Punktabzug für die fehlabre Seite. Zudem sollten sich endlich alle Präsidenten von Eishockey- oder Fussballclubs klar und eindeutig von Pyros distanzieren. Pyros gehören nicht zum Spiel. Punkt.

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